23:00 - 5:50 shibuya nightlife: ensign werner, please report to the bridge!!!
da sind wir also gestern abend mal wieder losgezogen, den module-club zu finden, laut der skizze auf ihrer homepage eine ziemlich simple sache...
nachts ist shibuya ein wenig wie die partyversion der reeperbahn, ueberall ziehen riesige horden von unternehmensfreudigen teenies durch die strassen. natuerlich haben wir den club dann erstmal wieder nicht gefunden, irgendwann kamen wir aber an einem recordstore vorbei und da dachte ich mir, dj's sprechen bestimmt ein wenig mehr englisch und kennen sich im tokyoter lightlife auch super aus. ersteres war natuerlich wieder ein trugschluss, immerhin hatte der ladenbesitzer die guete uns den lageplan von der module homepage auszudrucken und seiner freundin gelang es, uns die grobe richtung zu weisen. wir sind dann wieder in der strasse gelandet, in der wir schon 10x waren, sind irgendwann wieder umgekehrt und habens dann auf dem rueckweg mehr zufaellig gefunden. scheinbar sind die betreiber sehr daran interessiert "underground" zu bleiben, der wegweiser am kellereingang war so gross, wie ein notausgangs-schild.
der club war dann durchaus ok, auf dem weg hatte ich mir echt sorgen gemacht, weil alles andere in shibuya so nach grossraumdisco aussah, aber hier wars klein, 2 dancefloors, eine bar auf 2 kelleretagen, alles in allem wie die alte pfefferbank nur noch etwas kleiner. eintritt war 2500 yen inkl. 1 freigetraenk, nicht wirklich guenstig aber noch an der unteren kante des feldes.
als wir kamen, war es noch ziemlich leer, wurde dann aber durchaus nett, meine befuerchtungen, das ich von der aktuellen housemucke nichts mehr verstehe, zerstreuten sich, als irgendwann zwischen 2 und 3 ruffneck mit "everybody wants to be somebody" lief. zwar mixen die jungs hier ziemlich strange sachen sachen ineinander und am ende ist dann wohl laut deklaration immer noch deep house, da tauchen dann auch schnell mal alte kraftwerk-titel auf oder als kroenung sogar foreigner mit "owner of a lonely heart". da haette ich mir doch den werner zur seite gewuenscht, der waere manchmal sicher eingeschritten, haette das eine oder andere ganz nett gefunden und haette sicher auch was zu der voellig ausgeflippten kleinen japanerin auf der tanzflaeche sagen koennen, die wie ne japanische flummy-version von gabel's pia rueberkam.
dann war da noch eine ziemlich vollschlanke blonde, die aber fliessend japanisch sprach, immer zu laut gelacht hat und scheinbar in der szene was zu sagen hatte und von allen begruesst wurde. die konnte ich instant nicht ab, als ich spaeter bemerkt hab, wie sie auf der tanzflaeche pillen verteilt hat an typen, die sich danach ziemlich daneben benommen haben, wurde das auch nicht besser...
apropos begruessungsriten, bekannterweise geben sich japaner ja nie die hand, in der hippen clubszene scheinen solche europaeischen gepflogenheiten aber durchaus angesagt zu sein...
lange rede, da die bahnen eh erst um 5:00 wieder fahren, haben wir bis 5:30 durchgemacht und sind dann durch das inzwischen wieder helle (und vermuellte) shibuya zurueck zur ubahn.
inzwischen ist es 12:48, wir haben etwas geschlafen und machen uns bald zum allerletzten trip in die stadt auf. es regnet immer noch, scheinbar kommt auch hier langsam der herbst.
ach ja, beim rausgehen aus dem tollen moduleclub haben wir noch nen stapel flyer zur begutachtung fuer die heimgeblieben dj's mitgebracht...
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